Cucina italiana regionale

Jenseits der Carbonara: Wo man in Roms Vierteln die echte italienische Küche findet

Eine kulinarische Reise durch Italien, ohne Rom zu verlassen. Von emilianischen Tortellini bis zu sizilianischen Cannoli: Hier gehen die Römer hin, wenn sie Lust auf andere Regionen haben.

Jenseits der Carbonara: Wo man in Roms Vierteln die echte italienische Küche findet

Wer nach Rom kommt, steuert meistens direkt auf einen Teller Tonnarelli Cacio e Pepe oder eine Portion Coda alla Vaccinara zu. Das ist völlig verständlich. Nach stundenlangem Laufen durch die Gassen von Trastevere oder rund um das Kolosseum hat man sich diese deftige Stärkung redlich verdient. In dieser Stadt sind echte Römer in der siebten Generation inzwischen jedoch eine Minderheit. Rom zieht seit jeher Arbeitskräfte und Rezepte aus allen Ecken des Landes an. Während die Piemontesen einst die Ministerien mitbrachten, bauten die Süditaliener in der Nachkriegszeit ganze Stadtteile auf, und jeder hatte die Aromen der Heimat im Gepäck. Wenn man durch die Straßen der Innenstadt schlendert oder sich etwas weiter hinauswagt, entdeckt man eine kulinarische Landkarte für sich. In Rom emilianisch, kampanisch oder sizilianisch zu essen, ist kein Notbehelf. Oft ist es die beste Entscheidung des Tages, man muss nur wissen, wo man anklopfen muss.

Handgemachte Pasta aus der Emilia nahe der Piazza Barberini

Wir beginnen im Norden, in einer Region, die sich in Sachen frischer Pasta von niemandem etwas vormachen lässt. Nur wenige Gehminuten von der U-Bahn-Station entfernt gibt es einen Ort, an dem es nach Butter und Fleischbrühe duftet. Das Restaurant heißt Colline Emiliane, liegt mitten im Zentrum und wird seit 1931 von derselben Familie geführt. Hier nimmt man die Tradition des Nudelteigs sehr ernst. Beim Betreten stehen die Chancen gut, dass man den Nudelmacherinnen hinter einer Glasscheibe dabei zusehen kann, wie sie den Teig mit dem hölzernen Nudelholz ausrollen.

Die Spezialität des Hauses sind Tortellini in Kapaunenbrühe, winzig klein und einzeln von Hand gefaltet. Wenn die Septembertage langsam kühler werden, wirkt dieses Gericht wahre Wunder. Eine hervorragende Alternative sind die Tagliatelle mit Ragù alla Bolognese, bei dem das Fleisch stundenlang vor sich hin köchelt. Die Preise liegen im gehobenen Mittelfeld, aber die Qualität der Zutaten und der aufmerksame Service rechtfertigen die Rechnung. Die aktuellen Öffnungszeiten sollte man direkt auf der offiziellen Website prüfen. Ich empfehle, frühzeitig telefonisch zu reservieren, besonders für das Mittagessen am Wochenende.

Echtes Kampanien in den Straßen von Flaminio

Wer es ungezwungener mag, nimmt die U-Bahn und steigt an der Haltestelle Flaminio aus. Nach einem fünfminütigen Spaziergang in Richtung Fluss erreicht man die Pizzeria. Hier befindet sich die römische Filiale der Antica Pizzeria Da Michele, der historischen neapolitanischen Marke, die einfache Pizza ohne Schnickschnack serviert. In Neapel sagt man, dass eine Pizza über den Tellerrand ragen muss, und diese Regel wird hier genau befolgt. Die Karte beschränkt sich auf das Wesentliche: Marinara und Margherita, mit nur ganz wenigen Variationen, die im Laufe der Jahre hinzugekommen sind.

Der Teig ist dünn, der Rand weich und die Zutaten kommen direkt aus dem Süden. Diese Pizza isst man schnell, selbst auf die Gefahr hin, sich die Finger zu verbrennen. Die Preise sind günstig, was das Lokal zu einem idealen Zwischenstopp für ein schnelles Mittagessen macht, bevor man die Museen der Gegend besucht oder einen Spaziergang durch die Villa Borghese unternimmt. Reservierungen für kleine Gruppen werden nicht angenommen, daher sollte man mittags sehr früh gegen 12:15 Uhr oder abends gegen 19:15 Uhr da sein, um lange Warteschlangen auf dem Bürgersteig zu vermeiden. Die aktuellen Öffnungszeiten lassen sich auf dem Portal Turismo Roma nachlesen, das auch saisonale Änderungen für die Betriebe in der Altstadt anzeigt.

Die Aromen Siziliens im Herzen von Monti

Für einen süßen Abschluss oder einen schnellen Snack zwischendurch steuert man das Viertel Monti an. Von der U-Bahn-Station geht es die Straße hinauf, bis man auf Ciuri Ciuri stößt. Diese kleine sizilianische Konditorei hält ihr hohes Niveau seit Jahren, ohne den Verlockungen des Massentourismus nachzugeben, der das Gesicht dieses Viertels stark verändert hat.

Das Prunkstück ist der Cannolo, der erst bei der Bestellung frisch mit Schafsricotta gefüllt wird, damit die Teigrolle knusprig bleibt. Man kann zwischen der klassischen Größe und einer Mini-Variante für den kleinen Hunger wählen und Pistazienstreusel oder Schokoladenstückchen hinzufügen. Neben den Cannoli lohnen sich auch die Arancine mit Ragù, die sich perfekt als herzhafter Snack auf die Hand eignen, während man die engen Gassen des Viertels erkundet. Die aktuellen Preise für das Gebäck erfragt man am besten direkt vor Ort. Der Laden ist täglich von morgens früh bis spät in die Nacht geöffnet und eine feste Anlaufstelle für alle, die nach dem Abendessen durch Monti spazieren.

Das Septemberwetter und die Tische im Freien

Der September ist ein besonderer Monat in Rom. Die heißen Sommertage weichen einer frischeren Luft, besonders gegen Abend, wenn der Ponentino-Wind die Straßen abkühlt. Es ist die ideale Zeit, um nach Trattorien mit kleinen Außenbereichen zu suchen, vielleicht in einer vom Verkehr geschützten Gasse. Um weitere regionale Restaurants oder temporäre Food-Events in der Stadt zu entdecken, lohnt sich ein Blick auf die Seiten von RomaToday, wo die römische Gastronomieszene ständig beobachtet wird.

Um sich zwischen diesen kulinarischen Stationen zu bewegen, nutzt man am besten die U-Bahn oder geht zu Fuß. Wer öffentliche Verkehrsmittel nutzen möchte, kann auf dem Portal der Stadt Rom eventuelle Umleitungen von Buslinien oder die U-Bahn-Fahrzeiten an den Herbstwochenenden überprüfen. Vermeiden Sie inoffizielle Taxis, die vor den Bahnhöfen warten, und wählen Sie immer die regulären weißen Fahrzeuge mit gut sichtbarem Taxameter. In Rom gut zu essen und dabei die Küchen anderer Regionen zu entdecken, erfordert nur ein wenig Planung und die Neugier, über die üblichen Touristenmenüs hinauszuschauen.

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