Weekend in Italia da Roma

Flucht aus Rom mit dem Zug: drei Städte für ein perfektes Wochenende

Wie man zwei Tage in Neapel, Florenz oder Bologna mit dem Schnellzug ab Rom organisiert, den Menschenmassen aus dem Weg geht und richtig gut isst.

Flucht aus Rom mit dem Zug: drei Städte für ein perfektes Wochenende

Der Mai in Rom ist der Monat der kurzen Ärmel, der Mittagessen im Freien und der vollen Plätze. Es ist eine sehr angenehme Zeit, aber die Menschenmenge zwischen Pantheon und Trevi-Brunnen wird langsam anstrengend. Wenn du länger als eine Woche in der Stadt bleibst oder einfach einen Tapetenwechsel brauchst, ist ein Wochenendausflug genau das Richtige.

Italien ist lang, aber das Schnellzugnetz macht es deutlich kürzer. Von den Bahnhöfen Roma Termini oder Roma Tiburtina fahren Züge ab, die dich mitten in Neapel, Florenz oder Bologna absetzen, und zwar in der gleichen Zeit, die du im Berufsverkehr mit dem Auto über die Ringautobahn bräuchtest. Kein Einchecken am Flughafen, keine Flüssigkeitsbegrenzungen im Gepäck. Du kaufst das Ticket, steigst ein, bestellst einen Kaffee im Bordbistro und schaust zu, wie sich die Landschaft verändert. Ich habe die drei bequemsten Optionen für einen Zweitagestrip zusammengestellt, inklusive ein paar Tipps, um Touristenfallen zu umgehen.

Neapel: Meer, Kaffee und kalkuliertes Chaos

Mit den Direktzügen bist du von Termini aus in einer Stunde und fünfzehn Minuten dort. Du verlässt den Bahnhof Napoli Centrale an der Piazza Garibaldi und der erste Eindruck ist immer heftig. Es ist laut, es gibt viel Verkehr, die Leute haben es eilig. Bevor du irgendetwas anderes tust, halte bei Attanasio an. Das ist eine historische Bäckerei gleich um die Ecke vom Bahnhof. Hol dir dort eine noch warme Sfogliatella riccia. Danach gehst du hinunter in die U-Bahn, nimmst die Linie 1 und fährst Richtung Zentrum.

Im Mai ist das Wetter perfekt für einen Spaziergang an der Strandpromenade der Via Caracciolo, vom Castel dell'Ovo bis nach Mergellina. Die Luft riecht nach Meer und es weht fast immer eine Brise, die die Sonne erträglich macht. Zum Mittagessen ist die Versuchung groß, in eine der historischen Pizzerien in der Via dei Tribunali zu gehen. Stell dich aber darauf ein, lange auf dem Bürgersteig zu warten. Wenn du eine hervorragende Pizza essen willst, ohne den halben Tag auf der Straße zu vergeuden, weiche auf das Viertel Materdei aus. Die aktuellen Öffnungszeiten findest du auf der offiziellen Website der Pizzeria. Sei zehn Minuten vor Öffnung dort, zieh eine Nummer und setz dich schnell hin.

Wenn du keine Menschenmassen magst, solltest du am Nachmittag die ganz engen Gassen meiden. Geh zur Piazzetta Augusteo, nimm die Funicolare Centrale und fahr hoch ins Viertel Vomero. Wenn du von dort oben ein paar Schritte Richtung Castel Sant'Elmo gehst, liegt dir der gesamte Golf von Neapel und der Vesuv zu Füßen. Es ist ein Wohnviertel und viel ruhiger als das Zentrum. Der perfekte Ort für einen kalten Kaffee am Nachmittag, bevor du mit der Standseilbahn wieder nach unten fährst.

Florenz: Renaissance zu Fuß

Eineinhalb Stunden Zugfahrt von Rom und du steigst in Santa Maria Novella aus. Der große Vorteil von Florenz ist das kompakte Zentrum. Du brauchst weder Busse noch U-Bahnen, du machst alles zu Fuß. Die Kehrseite der Medaille ist, dass die Straßen zwischen dem Dom und der Piazza della Signoria im Mai ein ununterbrochener Menschenstrom sind.

Wenn du nur achtundvierzig Stunden Zeit hast, lautet mein Rat, die großen Museen zu ignorieren. Einen halben Tag in der Schlange vor den Uffizien oder der Galleria dell'Accademia zu verbringen, ruiniert dir das Wochenende. Wähle ein kleineres Museum. Das Museo di San Marco zum Beispiel beherbergt die Fresken von Beato Angelico in den alten Mönchszellen. Es gibt viel weniger Leute, der Eintritt ist günstig und die Atmosphäre ist ruhig.

Gegen Sonnenuntergang überquerst du den Arno. Der Ponte Vecchio ist schön, aber oft unpassierbar. Nutze den Ponte alle Grazie, der dir einen besseren Blick genau auf die alten Goldschmiedeläden bietet. Geh ins Oltrarno. Das Viertel Santo Spirito ist der richtige Ort für den Abend. Die Stufen der Kirche füllen sich mit jungen Leuten, es gibt Dutzende von Weinbars, in denen man ein Glas Chianti auf der Straße trinken kann, und die Stimmung ist entspannt. Such dir für das Abendessen eine Trattoria in der Gegend von San Frediano. Die Lokale hier sind klein. Reserviere deinen Tisch also mindestens drei Tage im Voraus, um dir ein Bistecca alla fiorentina oder einen Teller Pici zu sichern, ohne auf die Touristenmenüs in Bahnhofsnähe ausweichen zu müssen.

Bologna: Tortellini und Arkaden

Du brauchst etwa zweieinviertel Stunden mit dem Zug von Rom nach Bologna Centrale. Es ist ein riesiger Verkehrsknotenpunkt, aber du musst nur den Bahnhof verlassen und in die Via dell'Indipendenza einbiegen, um in fünfzehn Minuten zu Fuß im Zentrum zu sein. Bologna hat eine Eigenschaft, die sich im Mai als entscheidend erweist: die Arkaden. Wenn die Sonne brennt oder ein Frühlingsgewitter aufzieht, läufst du immer im Trockenen.

Es ist eine Universitätsstadt, man isst überall gut und das Tempo ist deutlich langsamer als in Rom. Anstatt dich sofort auf die Piazza Maggiore zu stürzen, mach einen Abstecher zum Mercato delle Erbe in der Via Ugo Bassi. Drinnen findest du Obst- und Gemüsestände, aber auch kleine Kioske, an denen du zu fairen Preisen eine Platte mit Mortadella und Crescentine zu Mittag essen kannst.

Wenn du das Mittagessen verdauen willst, bietet sich der Spaziergang zum Santuario della Madonna di San Luca an. Das sind fast vier Kilometer Arkadengang, der ab der Porta Saragozza ununterbrochen bergauf führt. Es ist anstrengend, aber der Blick auf die Hügel von Bologna entschädigt für die Mühe. Abends ist die Via del Pratello die beste Gegend für einen Aperitif. Es ist eine lange Straße voller Lokale. Details zur Fußgängerzone findest du auf der offiziellen Website der zuständigen Behörde. Setz dich hin, bestell ein Glas Pignoletto und beobachte die Leute. Such dir zum Abendessen Balanzoni. Das ist eine gefüllte Nudel, ähnlich wie Tortellini, aber grün und größer, die auf den Speisekarten der Bologneser Restaurants fast nie fehlt.

Wie man mit den Schnellzügen umgeht

Das Reisen mit dem Zug ist einfach, aber es gibt ein paar Regeln, die du beachten solltest, um kein Vermögen auszugeben oder dir die Pläne zu ruinieren.

  • Im Voraus buchen: Die aktuellen Tarife findest du auf der offiziellen Website von Trenitalia und den anderen Anbietern. Wenn du das Ticket am Donnerstag kaufst, um am Samstag zu fahren, zahlst du schnell das Doppelte. Werde mindestens drei Wochen im Voraus aktiv, um die günstigsten Preise zu finden.
  • Den Abfahrtsbahnhof prüfen: In Rom halten die Schnellzüge sowohl in Roma Termini als auch in Roma Tiburtina. Einige Züge, besonders die, die nicht in der Hauptstadt enden, halten nur in Tiburtina. Lies dir das Ticket genau durch, bevor du das Haus verlässt. Tiburtina ist mit der U-Bahn-Linie B leicht zu erreichen und übersichtlicher.
  • Das Gepäck managen: Der Platz für große Koffer ist in den Schnellzügen begrenzt und in den ersten Minuten des Einsteigens vergriffen. Für ein Wochenende reichen ein Rucksack oder ein kleiner Handgepäck-Trolley völlig aus. Du kannst sie in die Gepäckablagen über dem Sitz schieben und sparst dir die Mühe, Rollen über Kopfsteinpflaster zu ziehen.
  • Die Rückfahrzeiten checken: Am Sonntagabend sind die Züge nach Rom immer voll, weil sowohl Touristen als auch Pendler unterwegs sind. Buche einen Zug, der am späten Nachmittag abfährt, so gegen achtzehn Uhr. Auf diese Weise kommst du rechtzeitig in Rom an, um in Ruhe zu Abend zu essen und dich auf den Montag vorzubereiten.

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