In Rom fängt der Asphalt im Juni an, richtig heiß zu werden. Die Sonne brennt unbarmherzig auf das Pflaster der Gassen, und die Mauern der historischen Palazzi speichern tagsüber die Hitze, um sie nachts wieder abzugeben. Wenn Sie eine Reise im Sommer planen, werden Sie schnell merken, dass es anstrengend ist, den ganzen Tag draußen zwischen den Monumenten herumzulaufen. Da braucht man einfach einen Rückzugsort, an dem die Luft sich bewegt und es echten Schatten gibt. Zum Glück hat die Stadt viele öffentliche Grünflächen. Sie sind keine bloße Zierde, sondern echte Erholungsräume, die von den Einheimischen täglich zum Joggen, Lesen oder einfach zum Ausruhen genutzt werden.
Villa Borghese: Schatten im historischen Zentrum
Wer sich in der Nähe della Piazza del Popolo oder der Spanischen Treppe aufhält, gelangt über den Aufstieg zum Pincio direkt in die Villa Borghese. Das ist zwar der bekannteste Park der Stadt, aber meiden muss man ihn deshalb nicht. Ein häufiger Fehler ist es, mitten am Tag dort spazieren zu gehen und zu hoffen, dass der Schatten der Bäume ausreicht. Im Sommer leiht man sich am besten ein Fahrrad oder eine Rikscha mit Elektromotor an den Ständen im Park, zum Beispiel in der Nähe der Viale Goethe oder der Viale dell'Orologio. Die aktuellen Mietpreise erfragen Sie am besten direkt an den lizenzierten Ständen im Park.
Wer die Pause im Grünen mit Kunst verbinden möchte, findet im Park die Galleria Borghese. Versuchen Sie jedoch nicht, spontan an der Kasse ein Ticket zu kaufen: Im Sommer sind die Karten oft schon Wochen im Voraus ausverkauft. Wenn Sie nicht reserviert haben, können Sie trotzdem den kleinen künstlichen See mit dem Äskulaptempel genießen, wo man für wenige Euro ein Ruderboot mieten kann. Oder Sie spazieren zum Sonnenuntergang zur Pincio-Terrasse, wenn die Temperaturen sinken und der Blick über die Kuppeln der Innenstadt schweift. Um sich über Sommerveranstaltungen oder temporäre Ausstellungen im Park zu informieren, können Sie das portale turistico ufficiale di Roma nutzen.
Villa Doria Pamphili: Platz für Läufer und endlose Wiesen
Wenn Sie richtig viel Platz suchen, müssen Sie in Richtung Monteverde fahren. Die Villa Doria Pamphili ist die größte öffentliche Parkanlage in Rom. Hier treffen Sie nicht auf die Touristenmassen aus dem Zentrum, sondern auf viele Römer, die frühmorgens joggen oder ihre Hunde ausführen. Eine Straße teilt den Park in zwei Hälften, die aber über eine Fußgängerbrücke bequem miteinander verbunden sind.
Der östliche Teil ist der gepflegtere, mit den barocken Gärten rund um das Casino del Bel Respiro, während der westliche Teil mit seinen weiten Wiesen und Pinienhainen wilder wirkt. Meiden Sie im Sommer den mittleren Bereich zwischen 11:00 und 16:00 Uhr, da die großen Lichtungen kaum Schatten spenden. Wenn Sie eine Pause für ein Mittagessen oder einen Eistee brauchen, können Sie an den Kiosken im Park einkehren. Die Zugangsregeln und die je nach Saison wechselnden Öffnungszeiten der Tore finden Sie auf der sito del Comune di Roma.
Gianicolo: die windige Terrasse über Trastevere
Die Promenade auf dem Gianicolo hat zwar keine historischen Zäune wie die großen Villen, ist aber einer der besten Orte in der Stadt, um Grünflächen und frische Luft zu verbinden. Man steigt zu Fuß von Trastevere über die Stufen der Via Garibaldi hinauf oder nutzt die öffentlichen Verkehrsmittel, deren Linien auf der Website der ATAC zu finden sind.
Die beste Zeit für den Aufstieg ist kurz vor dem traditionellen Böllerschuss, einem historischen Ritual zur Synchronisierung der Kirchenglocken der Stadt. Im Sommer zeigt sich der Gianicolo jedoch am späten Nachmittag von seiner besten Seite. Unter den großen Platanen der Promenade spürt man oft den Ponentino, den kühlen Wind, der vom Meer landeinwärts weht. Entlang der Straße gibt es mehrere Kioske, die Grattachecca verkaufen, das typische römische Wassereis, bei dem das Eis von Hand geschabt und mit Fruchtsirup verfeinert wird. Das ist eine unkomplizierte, günstige und sehr erfrischende Pause nach einem langen Fußmarsch.
Villa Torlonia: ungewöhnliche Architektur und dichter Schatten
An der Via Nomentana gelegen, nur wenige Schritte von der U-Bahn-Station Policlinico entfernt, is die Villa Torlonia eine hervorragende Wahl, wenn Sie einen kleineren, aber sehr schattigen Park suchen. Dies war einst die Privatresidenz der Familie Torlonia und später von Benito Mussolini. Heute ist es ein öffentlicher Park, der bei den Bewohnern des Viertels Nomentano sehr beliebt ist.
Der Park zeichnet sich durch seine dichte Vegetation aus, mit alten Bäumen, die die Sommersonne gut abhalten. Im Inneren befinden sich ungewöhnliche Gebäude wie die Casina delle Civette, ein mit bunten Glasfenstern verziertes Haus, die Tiere und Pflanzen zeigen, und das Casino Nobile, in dem ein Museum untergebracht ist. Für den Besuch dieser Gebäude benötigt man eine separate Eintrittskarte, das Spazierengehen auf den Wegen des Parks ist jedoch kostenlos. Wenn Sie weitere, weniger besuchte, aber ebenso geschichtsträchtige Grünflächen erkunden möchten, finden Sie nützliche Hinweise im Führer, um scoprire spazi verdi alternativi in città.
Parco Regionale dell'Appia Antica: die römische Landschaft nur wenige Schritte vom Asphalt entfernt
Für ein anderes Erlebnis, das Archäologie und Natur verbindet, ist der Parco Regionale dell'Appia Antica die beste Wahl. Es handelt sich nicht um eine herrschaftliche Villa, sondern um ein riesiges Schutzgebiet, das die Überreste der ersten großen römischen Straße bewahrt.
Die Appia Antica im Juni zu Fuß unter der brennenden Sonne zu erkunden, ist ein schwerer Fehler: Das Basaltpflaster der antiken Straße speichert die Hitze, und auf weiten Strecken gibt es keine schattenspendenden Bäume. Der praktische Rat lautet, früh am Morgen anzureisen und die Verbindungen auf der Website der ATAC zu prüfen. Halten Sie am Besucherzentrum des Parks in der Nähe der Cartiera Latina, um ein Fahrrad zu mieten. Das Radeln zwischen Pinien, römischen Gräbern und Wiesen, auf denen noch Schafe grasen, lässt Sie den Trubel des Stadtverkehrs schnell vergessen. Um Pausen entlang der Strecke zu planen und die Öffnungszeiten der Monumente wie dem Grabmal der Cecilia Metella oder den Katakomben zu prüfen, können Sie das portale turistico ufficiale di Roma konsultieren.
